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Anton Zwisler (1888–1977)


ein gebürtiger Bregenzer, der als gelernter Ingenieur zunächst nur Landmaschinen herstellte. Doch im Dezember 1946 wurde er, eher zufällig, "Herrscher" in einem Staatskonstrukt, das am südwestlichen Zipfel Bayerns immerhin zehn Jahre lang Bestand hatte.

Und als das "Land Lindau" 1950 das erste Spielcasino weit und breit eröffnete, war gar vom "Monte Carlo am Bodensee" die Rede.

  • "Die goldene Zeit von Lindau", sagt der Lindauer Landrat Elmar Stegmann, "ältere Generationen blicken immer wieder wehmütig auf diese Jahre der absoluten Autonomie zurück."


Warum der bayerische Kreis Lindau in einer besonderen Weise einige Jahre unabhängig war Bearbeiten

Am Ende des Zweiten Weltkriegs hatten französische Streitkräfte Teile des Allgäus besetzt. Wenig später gaben sie die Kreise Sonthofen und Kempten an die Amerikaner ab. Nur den dritten bayerischen Kreis Lindau behielten sie, denn sie benötigten ihn als Landbrücke zwischen ihren Besatzungszonen in Württemberg und Vorarlberg. Die US-Vertreter waren einverstanden, und so entstand der kuriose "Bayerische Kreis Lindau". Dieser gehörte weder zu Bayern noch zu Württemberg, er war de facto ein eigener Staat.

Als Herrscher setzten die Franzosen den Unternehmer Anton Zwisler ein. Der "Kreispräsident" war ein Staatsoberhaupt, das seinesgleichen suchte.

Ihm unterstanden der Landkreis, die Stadt Lindau und vor Ort auch alle vormals bayerische Landes- und (bis 1949) deutschen Reichsbehörden. Er alleine machte die Gesetze (für die französische Militärregierung) und exekutierte sie als deren Kommissar auch.

  • 55 000 "Untertanen"

Er war selbstverständlich (im Sinne der Franzosen) und wurde (Demokratie?) auch später nicht demokratisch legitimiert. In der gesamten Amtszeit fand keine einzige Wahl statt.

  • Ende März 1956, also exakt vor 60 (nun sind es 64) Jahren, kehrte die Sonderzone nach Bayern zurück. In ein Bayern, das sich inzwischen stark verändert hatte.


Medien, Weblinks Bearbeiten


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