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Der ehemalige kurzzeitige Rechtsrat in der Stadt, Dr. Eduard Hamm, in der ersten Zeit als deomkraitsche Republik - Weimarer Republik - vorübergehend Wirtschaftsminister, wurde von den Nazis 1944 ermordet.

Nach dem Jura-Examen an der LMU trat Hamm in den bayerischen Staatsdienst ein und war seit 1906 zunächst als Hilfsarbeiter im bayerischen Justizministerium tätig, arbeitete dann als Dritter Staatsanwalt am Landgericht München II, 1908/09 als Rechtsrat in Lindau im Bodensee sowie als Assessor im Bezirksamt Memmingen. In Lindau befürwortete er u. a. die Errichtung eines Bismarck-Denkmals (Hoyerberg).

1911 wurde er ins bayerische Staatsministerium des Innern berufen und 1916 von diesem als Vorstandsmitglied in die Zentral-Einkaufsgesellschaft abgeordnet. In der Folgezeit war er als Rat im Berliner Kriegsernährungsamt tätig, bis er 1917 ins bayerische Innenministerium zurückkehrte. Anfang 1918 wurde er Legationsrat in der Handelsabteilung des Bayerischen Ministeriums des Äußern.


Nach der 1918er Novemberrevolution und dem Ende der Münchner Räterepublik gehörte Hamm vom 15. Juli bis zum 14. Oktober 1920 dem Bayerischen Landtag an. Sein Landtagsmandat legte er nieder, nachdem er bei der Reichstagswahl im Juni 1920 in den Deutschen Reichstag gewählt worden war, dessen Mitglied er bis 1924 war.


Vom 31. Mai 1919 bis zum 24. Juli 1922 war Hamm Minister für Handel, Industrie und Gewerbe in den von den Ministerpräsidenten Hoffmann, von Kahr und Lerchenfeld-Köfering geführten Regierungen des Freistaates Bayern. 1922/1923 war er Staatssekretär in der Reichskanzlei unter Wilhelm Cuno, vom 30. November 1923 bis zum 15. Januar 1925 schließlich Reichswirtschaftsminister unter Reichskanzler Wilhelm Marx.


Nach seinem Ausscheiden aus der Reichsregierung war Hamm von 1925 bis 1933 geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages, Mitglied des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates und Herausgeber der Deutschen Wirtschaftszeitung, in der er unter anderem das Wirtschaftsprogramm der NSDAP kritisierte.

Schon 1920/1921 hatte Hamm im bayerischen Kabinett die „antisemitische Hetze“ der Nationalsozialisten angeprangert und ein Verbot des Völkischen Beobachters beantragt.

Nach der gewaltsamen Machtübernahme des NS-Regimes wurde Hamm 1933 in den Ruhestand versetzt. Er zog sich aus dem aktiven politischen Leben zurück, lebte in Reit im Winkel und war in den Folgejahren als Rechtsanwalt in Berlin und München tätig.


Seine Kontakte pflegte er weiterhin, vor allem zum Widerstandskreis um Otto Geßler, Franz Sperr und Carl Friedrich Goerdeler. Für den Fall eines Umsturzes war er im Schattenkabinett Beck/Goerdeler als Landesverweser für Bayern vorgesehen.

Nach dem Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 wurde Hamm im Zuge der Gestapo-Aktion „Gitter“ am 2. September von der Gestapo verhaftet und in das Gefängnis Lehrter Straße verbracht, wo er unter bis heute ungeklärten Umständen zu Tode kam.


Daten, Weblinks Bearbeiten

(* 16. Oktober 1879 in Passau; † 23. September 1944 in Berlin)

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