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Die Französische Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg umfasste in Süddeutschland Teile von Baden, Württemberg, Hohenzollern, den Kreis Lindau und den französischen Sektor von Berlin.


  • Vgl. Mit Forces françaises en Allemagne (FFA) (übersetzt Französische Streitkräfte in Deutschland) wurden die französischen Truppenverbände bezeichnet, die Frankreich als Siegermacht des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des Viermächte-Status zunächst in seiner Besatzungszone, im besetzten Nachkriegsösterreich sowie nach deren Gründung im entsprechenden Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stationiert hatte. Sie wurden 1949 als Troupes Françaises d’Occupation en Allemagne, abgekürzt T.O.A (Troupes d’occupation en Allemagne), mit Hauptquartier in Baden-Baden aufgestellt. Im Jahre 1950 wurde der Name T.O.A. ersetzt durch F.F.A. Forces Françaises en Allemagne.

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Die Strukturen der französischen Militärregierung und die Militärpräsenz veränderte sich auch während des Kalten Krieges kaum. Die Garnisonen befanden sich ausschließlich in den von der französischen Besatzungsmacht geschaffenen Ländern Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern sowie in Lindau, das -obwohl in Bayern gelegen- dennoch zur Französischen Zone gehörte. Es wurde durch die Franzosen bis 1955 getrennt von Bayern verwaltet. Lediglich Karlsruhe und Pforzheim im amerikanisch kontrollierten Württemberg-Baden machten hier eine Ausnahme.

Das erste Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Armée Rhin et Danube, General Jean de Lattre de Tassigny, wurde in Lindau in der Villa Wacker eingerichtet. Hier empfing er mit orientalischem Pomp im Sommer 1945 den Sultan von Marokko und den Bey von Tunis, um die große Zahl der nordafrikanischen Soldaten seiner Armee auszuzeichnen.


Noch im selben Jahr wurde das Hauptquartier der Besatzungstruppen nach Baden-Baden verlegt und General Pierre Koenig sein Nachfolger. De Lattre wurde nach Vietnam kommandiert.


Literatur, www
  • LZ: Im besetzten Lindau müssen Bewohner Häuser räumen’’. Karl Schweizer vom 7. Mai 2005







ak.


Französische Besatzung in Vorarlberg Bearbeiten

Am 29. April 1945 überschritten französische Truppen die Vorarlberger Grenze bei Lochau und Hohenweiler. Bevor sie am 6. Mai den Arlberg erreichen konnten, lieferten ihnen Einheiten der Wehrmacht und der SS noch Kämpfe (bei Bregenz, Götzis, Bings und Dalaas), welche Todesopfer auch unter der Zivilbevölkerung forderten und Sachschäden verursachten. Durch die Zerstörung von Brücken und das Errichten von Panzersperren versuchten die deutschen Truppen, den Vormarsch der französischen Truppen noch aufzuhalten und ihre eigenen Truppenteile nach Tirol in die amerikanische Gefangenschaft zu „retten“.[1]

Der Gauleiter von Tirol und Reichsverteidigungskommissar Franz Hofer – sich noch an den „Mythos der Alpenfestung“ klammernd – ordnete an, die Anlagen der Vorarlberger Illwerke zu verteidigen oder gleich zu zerstören. Einer Widerstandsgruppe gelang es, die Soldaten zu entwaffnen und zu verhaften und die Sprengkapseln unschädlich zu machen.

Die französische Besatzungsmacht als Teil der Forces françaises en Allemagne (FFA) richtete in Vorarlberg sechs Lager ein, in denen im August 1946 947 politisch belastete Personen interniert waren. Die französische Besatzungszone, zu der auch Teile Süddeutschlands gehörten, erwarb aber bald den Ruf als „Eldorado der Duldsamkeit“.

Anfangs 15.000 Mann stark, wurden die französischen Besatzungstruppen in Österreich schon im Mai 1946 auf 7.000 Mann reduziert. Im Oktober 1954, kurz vor Ende der Besatzung, belief sich das französische Kontingent auf 542 Mann.[2] Der Hauptteil war in Wien stationiert und in der Besatzungszone Tirol/Vorarlberg taten 150 französische Gendarmen ihren Dienst.[3]

Im Gegensatz zu den anderen drei Besatzungsmächten, die die Säuberung vom Nationalsozialismus strikt und vor allem selbst vornahmen, mussten die Franzosen mangels eigener ausreichender Organisationsstrukturen verstärkt auf deutsche bzw. Vorarlberger Stellen zurückgreifen. In Vorarlberg, wo Besatzer und Besetzte sich gleichermaßen als „Opfer des Nationalsozialismus“ verstanden und da die Säuberungen ohnehin auf Schwierigkeiten stießen, bestand daher alsbald der Konsens, Personen mit NS-Vergangenheit ohne Untersuchung und ohne Konsequenzen möglichst rasch wieder zu integrieren.

Dabei kann auch der frz. Umgang mit der Kollaboration in Frankreich und den Kollaborateuren bzw. der fehlenden Épuration eine Rolle gespielt haben.

(Dieser Absatz ist eine weitgehende Übernahme des Wikipedia-Beitrags Französische Besatzung in Vorarlberg, aus Nachkriegsösterreich. Dort Autorenangaben u. Lizens dazu.)

Medien, www Bearbeiten

  1. Montafoner Heimatmuseum Schruns, Sonderausstellung: „Montafon 1945–1955. Ein Tal im Aufbruch“ (12. Dezember 2004 bis 2. April 2005). Idee: Dr. Andreas Rudigier. Konzeption: Dr. Peter Strasser
  2. 1946 in Vorlage:Literatur; 1954 in Vorlage:Literatur
  3. Schriftbericht Chauvel an Außenminister Mendès-France, 27. Oktober 1954, DDF 1954. Nr. 300 (S. 625)
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