Die Galgeninsel ist heute eine Halbinsel am Ufer des Bodensees bei Lindau in der Reutiner Bucht. Sie liegt 550 Meter östlich der Insel Hoy und etwa 150-200 Meter südlich der Ladestraße beim Reutiner Güterbahnhof, und nimmt eine Fläche von rund 1.600 Quadratmetern ein.


Das Gebiet der Halbinsel gehört zum Lindauer Stadtteil Reutin. Die Galgeninsel war ursprünglich die Insel, auf der einst der Galgen der Reichsstadt Lindau stand - Hochgericht.

Noch heute kann man in einem gewaltigen Felsblock eine Vertiefung finden, die einst den schweren Galgenpfosten aufnahm.

Eine verlandete Insel mit Weiden u Reet

Eine Karte aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Galgeninsel noch als alleinstehende Insel, allerdings nicht auf der geographisch korrekten Position.

Eine Stadtansicht aus dem frühen 18. Jahrhundert lässt keine Aussage auf eine Insel oder Halbinsel zu, da diese am Bildrand erscheint.

Eine Karte zum Stand von 1836 zeigt die Galgeninsel noch deutlich als Insel bzw. als mehrere Inseln. Spätere Karten zeigen die Galgeninsel dann bereits als Halbinsel.

Bereits 1856 wurden im See bei der Galgeninsel Reste einer prähistorischen Besiedlung der Galgeninsel beobachtet.

Neuere Untersuchungen, im Rahmen des geplanten Ausbaus des Güterbahnhofs im Jahre 2005, erbrachten jedoch keine Befunde. Die Galgeninsel ist mit der umliegenden „Reutiner Bucht“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen.


www, medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle:


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Galgen bei Allensbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologen haben bei Allensbach (Kreis Konstanz) 2020 Reste einer frühneuzeitlichen Hinrichtungsstätte entdeckt. Es gibt Ähnlichkeiten zur Lage der Galgeninsel bei Lindau. Die Experten gehen davon aus, dass dort überwiegend männliche Erwachsene hingerichtet wurden, die zuvor auf der gegenüberliegenden Klosterinsel Reichenau verurteilt worden waren; vermutlich wegen Hexerei, Diebstahl oder Raubmord. Sie wurden mit Blick auf die Reichenau getötet und blieben gut sichtbar zum Teil noch lange nach ihrem Tod hängen - bis die Skelette zerfielen. Darauf weisen verscharrte Einzelknochen hin. Der Galgen wurde vermutlich vom 16. bis 18. Jahrhundert genutzt, mehrfach erneuert und erst Anfang des 19. Jahrhunderts abgebaut. Beim Straßenbau (B33) tauchten die gemauerten Fundamente eines einst mindestens dreieinhalb Meter hohen Galgens sowie Reste eines Scheiterhaufens, verbrannte menschliche Knochen und Skelettreste von mindestens sechs Menschen auf. Inzwischen (Juni) sind die Überreste von insgesamt mehr als 20 Menschen entdeckt worden und die Ausgrabungen fast abgeschlossen.

Fiktiver Krimi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Regionalkrimis Schielins Fälle werden u.a. diese Lindauer Orte thematisiert: Galgeninsel, Hafenweihnacht, Heidenmauer, Hexenstein, Pulverturm

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