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Gotthardkutsche 14
JrKoller GoPost 1873

J. R. Koller, 1873

Der Lindauer- oder Mailänder Bote, auf italienisch "Corriere di Lindà": ursprünglich eine Art Geleitzug, der Waren und Reisende unter reichsstädtischem Geleitschutz in die lombardische Hauptstadt Mailand (lat: Mediolanum) brachte.   

Die Reisedauer betrug für die etwa 325 Kilometer mindestens fünf Tage und führte die Ordinari (regelmäßig verkehrende Boten) per Schiff von Lindau nach Fußach, per Pferd oder Wagen durch das Rheintal, über die Viamala mit dem Pferd oder zu Fuß über den Splügenpaß und nach Überquerung des Comersees im Boot nach Mailand. Bei Schnee und Eis dauerte die Tour über die Alpen elf Tage und mehr.   

Das Ende des Lindauer Boten auf der Strecke nach Mailand kam ziemlich sicher im Herbst 1826. Auch, weil der Warentransport zunehmend zurückging. Im September 1826 stellte der Bote seine Fahrten nach Italien ein. Am 9. Oktober 1826 wurden die Postwagenfahrten dann von Amts wegen eingestellt. 


Auch Goethe trat 1788 seine "Reise nach Italien" noch im Schutz des Lindauer Boten an. Auf der genannten Seite heißt es dazu: Goethe bediente sich der Führung des Lindauer Boten über die Alpen im Mai 1788 bei der Rückkehr von seiner Italienreise nach Deutschland. Er begann seine Reise gemeinsam mit dem Musiker Phillip Christoph Kayser in Mailand am 28. Mai 1788 und die beiden waren fünf Tage danach, am 3. Juni, am Ziel. Dem Lindauer Boten zahlten sie, wie im Tarif für die ganze Strecke Mailand-Lindau festgelegt, 61 Gulden pro Person, für beide also 122 Gulden. In diesem Preis war alles inbegriffen: Beförderung, Kost und Logis. Ein sehr bescheidenes Trinkgeld in Höhe von einem Gulden und 12 Kreuzern haben die Herren auch noch gegeben.

(Ein Bündner Gulden zählte 60 Kreuzer. Ein Pferd kostete um diese Zeit 33 Gulden, ein Tagelöhner wurde mit 15 Kreuzern pro Tag abgefunden.und ein Pfund Salz kostete 10 Kreuzer.)

Reisende vertrauten sich gerne den Lindauer Boten an, weil sie alleine den Weg für die Alpenüberquerung nicht gefunden hätten.

Berühmt sind inzwischen vor allem die Gemälde von wilden Kutschenfahrten am St. Gotthard. Das vermischt sich in den Geschichten zu diesen Reisen. Postkutschen benutzte der Lindauer Bote nicht. Und Signalhörner blies er auch dummerweise nicht. Wo sich das doch viel besser zum heutigen Autoverkehr machen würde.

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