Der Rahmenplan für die Hintere Insel von Lindau steht
Der Rahmenplan, den der Lindauer Stadtrat 2019 mit einer sehr großen Mehrheit (28:2) beschlossen hat, umfasst die komplette Hintere Insel. Im Norden besitzt die Stadt das Gelände , in der Mitte und im Süden die Bundesbahn. Die Idee hinter dem Rahmenplan ist es, nach der Gartenschau 2021, wenn der große Parkplatz verschwunden ist und wenn die Bahngleise zurückgebaut werden können, soll dort ein neues Wohnviertel entstehen.
Geplant ist, dass dieses neue Quartier im Bereich des Bahnhofs mit der Altstadt verbunden wird.
In der Einleitung des fast 300 Seiten dicken Rahmenplans heißt es: „Der städtebauliche Rahmenplan ist ein informelles Planungsinstrument. Er stellt die Grundlage für die anschließende Entwicklung der Hintere Insel mittels Bebauungsplänen dar.“ Die Entwicklung der gesamten Hinteren Insel nach diesem Plan ist dabei für einen langen Zeitraum - etwa 2040 - gedacht.
… und 2023[]
- Bericht der LZ über nächste Schritte von Stadtbau-Mstr. K. Koschka und die Eigentümer (Westküste, Bahnhofsgelände, Notfallstraße; am 17.5.23)
Die Ausgangslage wird in der LZ von Julia Baumann so widergegeben als wären Teile des Rahmenplans nicht von der Abstimmung betroffen gewesen: "... nicht von der Abstimmung Ende September 2022 betroffen war eine Fläche, die im Rahmenplan als Entwicklungsgebiet Mitte (M) bezeichnet ist. Sie kann wie vorgesehen bebaut werden.“ (das behauptet die LZ in dem Artikel)
Dazu zeigt die LZ einen Stadtplan, in dem große Teile des Bahngeländes und der ehemaligen Inselbrauerei ... plötzlich als separate Teile des Rahmenplans bezeichnet werden.
Darin werden von der Redaktion zitiert:
Herr L. Schlechter, Eigentümer der Inselbrauerei und ihrer Grundstücke wird dabei so zitiert: „Ich hatte angedacht, das Grundstück der Stadt daneben zu kaufen und die ganze Fläche nach den Vorgaben des Rahmenplans zu bebauen.“
Ist nach dem Aus für den Rahmenplan beim Bürgerentscheid 2022 - das Vor dem Rahmenplan für 2024?[]
das war die Disku in der Projektschmiede am 23. Oktober und Bürgerwerft am 29. Oktober 2019[]
Die nächste Lindauer Projektschmiede steht an. Am Mittwoch, 23. Oktober, treffen sich um 18 Uhr wieder Projektgeber und Entwickler zum konstruktiven Dialog. Treffpunkt ist wie immer die Inselhalle. Die Projektschmiede ist ein regelmäßiger Entwicklungsraum der Stadt Lindau. Hier bringen Menschen ihre Projekte ein und holen sich Beratung und Feedback.
Am Dienstag, 29. Oktober, lädt die Stadtverwaltung dann im Rahmen der Bürgerwerft zur Vorstellung des Rahmenplans für die Hintere Insel ein. Beginn der Veranstaltung ist um 17.30 Uhr im Stadttheater.
- ( Die einzelnen Kapitel des Rahmenplans siehe unten ⬇️ )
Umgang mit den Zweifeln, was jetzt richtig ist[]
Wir lesen es nicht nur bei den Leserbriefen und fb-Seiten im Netz, auch in Gesprächen wird heftig gefragt, gezweifelt:
etwa so:
- Ich kann das nachvollziehen und weiß wirklich noch nicht, wie ich abstimmen soll. Was ich mich die ganze Zeit frage, geht es wirklich um die Bebauung des ganzen Geländes, also auch das auf dem Bahnhofsgelände? Oder geht es „nur“ um die Bebauung auf dem nach der Gartenschau erst wieder frisch vergrößerten Parkplatz auf der Hinteren Insel? Ich verstehe noch nicht, wo da der Unterschied ist. Was wollen die verschiedenen Parteien? Wer hat welche Interessen?
mögliche Antworten:
- Das "Nein" bezieht sich auf den gesamten "Rahmenplan": das städt. Aufschüttungsgelände u n d die Bahnflächen auf dem alten westlichen Insel-Teil (wie auf d.Bild von M.Merian u.a).
• Die Bahn möchte gewinnbringend verkaufen. Am liebsten würde sie wahrscheinlich Bahnhof u.Abstellgleise u.die Nebengebäude versilbern.
• Das städt. Teilgelände des ehemaligen Parkplatzes weckte in den letzten Jahren sicher auch Begehrlichkeiten. Doch da fällt es für die Stadt als Besitzerin eigentlich einfacher Nein zu Beton und Ja zu einer weiteren Begrünung zu sagen.
Wenn sie es will. (d.h: WENN WIR ES WOLLEN )
- (befürchtet wird: das muss die Mehrzahl d.Bürgerinnen/-er ihren Stadträten (m/f) an der Wahlurne des Bü.Begehrens laut und eindeutig sagen. Die Räte, sie hören sehr schlecht.)
Der "Rahmenplan" umfasst beides. Wer beide Flächen aber ab jetzt immer noch zubauen will, macht das mit verschlossenen Augen vor den Problemen der Jüngeren und der kommenden Generationen. Der "Rahmenplan" war ein richtiger Schritt gegen Immobilienspekulation, indem 2016 mal gesagt wurde, was Haien in Li nicht möglich sein soll.
Inzwischen sind wir ein paar überhitzte Sommer klüger. Und die Gartenschau hat uns gezeigt, was auf der Hinteren Insel doch machbar ist.
Wir haben tatsächlich ohne den riesigen Parkplatz überlebt.
Städtebau kommt überall in Europa ab sofort mit Nachverdichtungen (dem Aufstocken von Gebäuden, den Dachausbauten), mit begrünten Hauswänden+Dächern, mit der Modernisierung im Bestand, dem Energiesparen und dem Rückbau von Verkehrsflächen klimatisch und finanziell deutlich weiter als mit Wachstum ohne Rücksicht auf die Kosten.
Entgegen den Behauptungen: Wohnungsbau ist in Lindau noch an vielen Stellen möglich. Lindau sollte jeden Quadratmeter Fläche für Atemluft, Wasserrecycling und Temperaturbremsen nutzen. Es macht keinen Sinn auf andere Städte oder Gemeinden zu zeigen. Wir können das tun, was wir jetzt entscheiden können. Nicht erst in 30 Jahren.
🌿 Lindau hoch - jetzt für die nächste Zukunft Nein sagen … 🌿
… zu diesem Bebauungsplan-Riesen-Plan voll mit Tiefgaragen etc.
Denn Grün und Zukunft für alle Lindauerinnen/-er ist auch dort bezahl- und machbar: die Insel gehört uns allen. Verteidigen wir sie.
Weblinks[]
- Jule Baumann: Worüber diskutieren Befürworter und Gegner? Die wichtigsten Fakten zum Rahmenplan Hintere Insel. In der LZ vom 9.8.22 (Hinter der Bezahlschranke)
Abbildungen in der städt. Publikation
Der angeblich vollkommen neutrale und im homeoffice* von ihm selbst beantwortete Faktencheck* des Stadtbaumeisters[]
stellt an sich selbst nur diese Fragen: ( dort: Infos/Antworten der Stadt zu diesen sechs Fragen (im Amtsblatt auf S. 7 vom 27. Juli 22:) - * von ihm selbst ausgedachte Fragen und dann … *oder wo denn sonst?
1. - Wieso soll überhaupt auf der Hinteren Insel gebaut werden?[]
Gute Frage und die mögliche Antwort: das wird Geld in die Stadtkasse und Wohnungen auf die Insel bringen - dann heißt es für die Frage - im
Resultat: … wollen wir das? Jetzt? Für immer? []
2. - Stimmt es, dass die ganze hintere Insel bebaut wird und dort 20 Jahre lang eine Baustelle sein soll?[]
Seltsamerweise mit einer unrealistischen Frage verbunden: Ist der neu geschaffene Bürgerpark betroffen?
Wenn wir die Frage mal auf den Kern reduzieren: wird dort 20 Jahre lang eine Baustelle sein - dann heißt das Wenn wir die Frage mal auf den Kern reduzieren: wird dort 20 Jahre lang eine Baustelle sein - dann heißt das
Resultat: … j a []
dagegen heißt es, im von Dr. Gerhard Ecker unterschriebenen Vorwort auf S. 9 schlicht:
- Es wird wahrscheinlich Jahrzehnte in Anspruch nehmen, die Hintere Insel in ein neues Stadtquartier zu entwickeln und bebauen, das die Inselstadt angemessen ergänzt. …
3. - Sollen, wie von einigen behauptet, 900 Wohnungen auf der Hinteren Insel entstehen?[]
Im Rahmenplan 2020 steht unter Dichte und Nutzung, S. 32
- Zitat: „Die kompakten Quartiere erreichen eine mit der Altstadt vergleichbare Dichte von ca. 2,3 GFZ. Damit werden rund 900 Wohneinheiten für ca.1.800 neue Einwohner und ergänzend Angebote gewerblicher Nutzung zur Alltagsversorgung und gemeinschaftlicher Nutzung z.B. in Form von Arbeitsräumen geschaffen.“
Quelle: Rahmenplan 2020, Teil 1, Kapitel Kontext und Leitbild, 3.2 INSPIRATION UND ZIELSETZUNG (Karte auf S. 33)
Vgl. dazu die Aussage über die Altstadt:
- „Die Einwohnerdichte ist auf der Insel mit Abstand am höchsten (50 EW/ha), was an der kompakten Bebauung und den geringen Freiflächenanteilen liegt.“ (ISEK Lindau 2030, S. 40)
Wenn wir die Frage auf den vorhersehbaren Kern reduzieren: Wieviele Wohnungen werden auf der Hinteren Insel entstehen? - dann heißt das
Resultat: … es können schließlich etwas weniger oder etwas mehr sein.[]
- - — … der angebliche Faktencheck by KK enthält keine Details und behauptet einfach mal: n e i n, das ist nicht zu erwarten
4. - Führen die neuen Wohnungen nicht zu zusätzlichem Verkehr und zu einem neuen Parkplatzbedarf auf der Insel?[]
Wenn wir die Frage kurz beantworten - dann heißt das
Resultat: … j a []
Aus dem Papier Rahmenplan - Seiten 93 — 95, im Kapitel 5.4.6 Ruhender VerkehrDort steht die Auflistung vorhandener und künftiger Tiefgaragen-Stellplätze. Bei der Zusammenfassung werden allerdings die Plätze unter der Bodenseeklinik, unter dem Luitpoldpark nicht berücksichtigt . In den neuen Quartieren werden Tiefgaragen unter den Baublöcken angeordnet und überwiegend direkt von der Haupterschließungsstraße her erschlossen. Der Stellplatzschlüssel im Neubaugebiet wird mit der Begründung auf 0,6 Stellplätze pro Wohneinheit reduziert, weil das Entwicklungsgebiet direkt an einem Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs läge. (Dass es im jetzigen Lindauer Stadtbus-System eher eine schwierig erschließbare Randlage ist, wird nicht gesagt ! )
Zur Bauweise: die Tiefgaragen werden jeweils incl. Zufahrten und notwendiger Fußg.Ausgänge zentral gebaut. Die Wohnhäuser werden anschließend darüber errichtet; in Randbereichen der Quartiere (Park/Thierschstraße) erzeugen überhöhte Tiefgaragenoberkanten den wegen der Hochwassergefahr erforderlichen Sockel für die Hochparterre-Wohnungen.
Bilanz (S. 94 unten) - 787 Stellplätze zusätzlich
- (Die Zahl weicht ab von den Einträgen in dem Plan auf S. 95)
Tiefgaragen Nord - 274 Stellpl. für Bewohner + 80 Stellpl. für Nutzer aus der ehem. Luitpolderkaserne (IHK, u.a.)
Tiefgarage Mitte - 40 Stellpl. für Bewohner
Tiefgaragen Süd - 185 Stellpl. für Bewohner + 100 Stellpl. extern (Altstadt)
Auch in den Tiefgaragen werden auch Fahrrad-Stellplätze nachgewiesen: 823
5. - Was soll dort für Wohnraum entstehen? Werden auch geförderte Wohnungen gebaut?[]
Wenn wir die Frage mal auf den Kern reduzieren: wird dort Wohnen für Li entstehen - dann heißt das
Resultat: … n e i n[]
6. - Entstehen auf der Hinteren Insel „große Baublöcke“?[]
Wenn wir die Frage mal auf den Kern reduzieren: wird dort massiv gebaut - dann heißt das
Resultat: … j a []
10. - Inwieweit steht ein kapitalisierter Erbbauzins für ein Grundstück auf der Hinteren Insel, beispielsweise für die Wohnbaugenossenschaft, dem Haushalt entgegen bzw. wäre das im Hinblick auf die Schuldentilgung von Nachteil?[]
Dazu schreibt die Stadtverwaltung: „Sollten die Grundstücke in allen acht städtischen Baufeldern nicht verkauft, sondern im Erbbaurecht vergeben werden, wäre ein Erbbauzins von 2 – 3 % für die überwiegend mit Wohngebäuden bebauten Flächen denkbar. Dies würde pro Wohneinheit eine jährliche Erbbauzinsbelastung von ca. 700 – 1.200 Euro bedeuten. Für den städtischen Haushalt könnte dies laufende Einnahmen in Höhe von 386.000 bis 579.000 Euro ergeben. Da Erbbauzinsen nach dem Verbraucherpreis indexiert werden, werden diese Beträge im Lauf der Jahre steigen. Wohnerbbaurechte werden in der Regel für mindestens 75 bis 99 Jahre vergeben. Die folgenden Darstellungen beruhen auf der Annahme eines Quadratmeterpreises von 870 Euro/m². Bei einem höheren Wert würden sich auch die Erbbauzinsen entsprechend erhöhen.
Übersicht der Einnahmen, mit denen die Verwaltung und die Befürworter des Rahmenplans rechneten
© Stadt Lindau
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Inhaltsverzeichnis[]
(mit Links zum Original)[]
Rahmenplan Hintere Insel: Übersicht
Teil I: Entwurfserläuterungen[]
- (ab Seite 10)
Vorwort
- Einleitung
- Leitmotiv und Analyse
- Kontext und Leitbild
- Entwurf
- Erläuterung Konzepte
- Nachhaltigkeit und Umwelt
- Kenndaten und Flächenbilanzierung
Teil II: Entwicklungsstrategie[]
- (ab Seite 118)
- Einleitung
- Lebendiges Quartiersleben
- Neues Arbeiten auf der Hinteren Insel
- Bezahlbares Wohnen
- Konzeptvergabe
- Baufeldentwicklung
- Baufeldpässe pro Baufeld
Teil III: Gestaltungsleitfaden[]
- (ab Seite 184)
- Einleitung
- Historische Altstadt als Ausgangspunkt
- Öffentliche Freiflächen
- Gebäude
- Schnittstelle Erdgeschoss
Der Anhang[]
zum gesamten Text enthält Abbildungslisten, Abbi.Nachweise, Quellen für Angaben, Personen (Im Arbeitsgremium und Partner, Teilnehmer d. Arbeitsgruppen)
- (ab Seite 259)
- Alle Angaben im HINTERE INSEL LINDAU RAHMENPLAN mit Stand vom 21. APRIL 2020
Der Rahmenplan steht komplett dort: