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Die Villa Alwind (oft eigentlich falsch als Schloss Alwind bezeichnet) ist durch die Zentralachse des großen Parks hinunter zum See die exponiertest gelegene Lindauer Villa und zugleich eine der schönsten am ganzen See. Alwind nennt sich hinter dem Ortsteil Degelstein das westlichste Stück von Schachen.

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Blick von Osten auf den Wintergarten

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Blick vom Ufer hoch zur Villa

In der im italienischen Landhausstil erbauten Villa, die Georg Gruber als - Sommersitz auf einer lieblichen Höhe über dem See - bezeichnete, hielt sich Friedrich Grubers Nachkomme jedoch nur sehr selten auf.


Eine Brücke überquert die den unteren Park vom Haus trennende schmale Ortsverbindungsstraße nach Wasserburg. Auf der Landseite erinnert ein Gedenkstein mit den Lebensdaten an Georg Gruber. Im Park nahe zum Seeufer liegt eine versteckte unbezeichnete Grabstelle.

LageBearbeiten

Alwind nennt sich hinter Degelstein das Gelände von Bad Schachen, das direkt an das Gemeindegebiet von Wasserburg grenzt. Die Uli-Wielandstraße und die Alwindstraße und ein Uferweg gehören dazu und benannt ist es nach einer der schönsten Villen am bayrischen Bodenseeufer: dem Schloss Alwind, das einst nicht nur als Sommerresidenz wohlhabender Kaufleute diente, sondern zeitweise auch ein großes Land- und Weingut war.

Geokoordinaten: NS=47/33/31.09/N|EW=9/39/11.99/E|type=landmark|region=DE-BY|text=DMS|name=Schloss Alwind

Geschichte der Villa Alwind Bearbeiten

Das Grundstück Alwind (oder Allwind) wurde erstmals 1370 urkundlich erwähnt und war früher im Besitz der

  • Herren von Höchst (im 15. Jahrhundert): Der Lindauer Johann von Höchst errichtete 1455 ein burgähnliches Schlösschen, das er „Alwind“ nannte.
  • Herren von Montfort


  • Familie Gruber (ab 1797): Georg Gruber war ein Cousin von Friedrich Gruber und er ließ sich einige hundert Meter westlich des Lindenhofs (von Friedrich Gruber) noch eine Villa als Sommersitz bauen.
  • Johann Baptist Ritter von Spix (1781–1826) wurde vom König für seine Verdienste geehrt. Das Schloss Alwind am Bodensee, das er vom König geschenkt bekommen hatte, konnte er aber nicht mehr richtig nutzen.[1]

Die heutige Villa Alwind wurde 1852–1853 als klassizistische Villa mit Flachwalmdach durch den Architekten Johann Christoph Kunkler aus St. Gallen errichtet.[2]

  • Leopold König (1852–1912): 1905 kaufte der Textilindustrielle König das Haus, nachdem es über 50 Jahre lang unbewohnt war. Während der „König-Ära“ wurde Alwind in den Jahren 1905 bis 1912 während der Sommermonate zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Lindau. 1906 wurde hier der Alwinder Hafen errichtet – nach dem Vorbild des Lindauer Hafens mit zwei Molen, von denen die eine ebenfalls eine (kleine und schreitende) Löwenstatue trägt. Leopold König erweiterte den Pferdestall und liess eine Reithalle für seine Töchter bauen.
Als König als Großvater 1912 starb, hinterließ er den gesamten Besitz seiner Frau. Als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, hielt sich die Familie gerade in Lindau auf und konnte nicht mehr zurück nach St. Petersburg. Die Oktoberrevolution nahm den Königs schließlich ihre Liegenschaften und Fabriken in Russland, und die Weltwirtschaftskrise tat ihr Übriges, so dass schließlich auch Alwind nicht mehr zu halten war. Das “Schloss“ wurde verkauft und parzelliert.
Das Ökonomiegebäude: im heutigen Alwind 3 befanden sich die Mosterei, die Brennerei, die Wagenremise, der Schweinestall, die Milchstube und der Stall für die jungen Kühe.
Und dort, wo jetzt der "Degelsteinblock" steht, stand die Reithalle mit den Ställen für rund 20 kostbare Araber-Pferde.
  • Dr. Paul F. Beckmann (1881–1963) kaufte 1924 das Anwesen. Erst er ließ den früheren Rebhang südlich der Villa im Stil eines engl. Landschaftsparks anlegen.
  • Deutsche Post AG (ab 1937) erwarb die Deutsche Reichspost das Gebäude, modernisierte und nutzte es ab 1942 als Posterholungsheim für weibliche Angestellte.
  • Die Villa und der Park wurden 1952 unter Denkmalschutz gestellt und werden heute mit einem neuen Konzept immer noch als Erholungswerk der Post-Postbank-Telekom genutzt.[3][4]
  • 2011 erforderte ein neues Konzept die Zusammenfassung der Einzel- und Doppelzimmer, wobei besonderer Wert auf die Schonung des wertvollen Bestandes gelegt wurde

Personen drum rum:Bearbeiten

  • Kyra Ebrecht, die 94jährige Frau wohnt mit der Familie ihrer Tochter im ehemaligen Verwalterhaus von Schloss Alwind und ist die Enkelin von Leopold König. „Mein Großvater hat es 1905 von Georg Gruber übernommen. ...“
  • ……
  • ……
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Historische Turmuhr (vom ehemaligen Kutscherhaus) 1911-1944 im elektr. Betrieb. Techn. Besonderheit ist die Graham-Hemmung (Link dazu; nach dem Patent von George Graham, London, 18. Jhdt. Restauriert 1988 Xaver Weixler, Lindenberg)
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Restaurant Alwind am SeeBearbeiten

Das Restaurant wird von Alexandra und Michael Gerstmayr bewirtet.

z. B. kommen frisch auf den Tisch: Lammrücken vom Land und Felchen aus dem See

Öffnungszeiten: Täglich von 12 - 22 Uhr (Dienstag Ruhetag) ... ... ab 12 Uhr Mittagstisch & ab 18 Uhr unsere reguläre Abendkarte ...

von 14 bis 18 Uhr gibt es Kaffee mit hausgemachten Kuchen & Torten

Alwindstraße 18-20 (Stadtbus 4 - Endstation alle 30 Min)

88131 Lindau

🍰 Website

Telefon 📞 +49 (0) 8382 - 2 80 20-80


Wussten Sie schon, dass man dort in der Zeit von 08:00-10:00 Uhr frühstücken kann? Für 10 € können Sie sich an unserem leckerem Frühstücksbuffet selbst bedienen. Bitte reservieren Sie das Frühstück kurz am Vorabend.

Literatur, MedienBearbeiten

  • Christoph Hölz, Markus Traub: Weite Blicke. Landhäuser und Gärten am bayerischen Bodenseeufer. Deutscher Kunstverlag, München, 2009. ISBN 978-3-422-06800-1
  • Heinz Finke; Wolfram Vogel (Illu.): Dem See nah sein. Schlösser, Burgen, Landsitze rund um den Bodensee. Rosgarten-V. 1991, 256 Seiten. ISBN 9783876851297 S. 220-231
  • Christof Spuler, Werner Dobras: Lindauer Stadt- und Kunstführer. Verlag Friedrich Stadler, Konstanz, 1984. 3-7977-0072-S.
  • Michael Petzet: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Denkmäler in Bayern. Band 7 (VII) Schwaben. R. Oldenbourg Verlag, München, 1986, 520 S., 120 Luftbildaufnahmen und div. Karten. ISBN 978-3-486-52398-0 [alt: 3-486- 52398-8]ISBN 3-486-52398-8, Li S. 274ff.
Anmerkungen

  1. Johann Baptist Ritter von Spix
  2. Quelle: Denkmäler in Bayern, KDMVII; Heinrich Habel, Helga Himen; Band VII. Schwaben, München 1985
  3. Wo einst 20 Araber standen (Schwäb. Ztg., 29. Oktober 2008 ak.)
  4. Ferienanlage: Post baut in Alwind. Basiert auf Interview mit Kyra Ebrecht (SZ, 6. November 2009, zum Wasserburger Bauausschuss, ak.)
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